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Rezept – Finnische Zimtschnecken 2.0

Wir Finnen lieben unsere Korvapuusti und selbstverständlich sind sie die besten Zimtschnecken der Welt (finden wir)! Doch es ist schön, auch neue Rezepte auszuprobieren. Die Korvapuusti 2.0 haben wir in einer Auflaufform gebacken, also ist es eine Art Boston-Kuchen (Bostonkakku). Ein Vorbild für das Zimtgepäck sind neben dem Bostonkuchen auch die Cinnamon Buns der Amerikaner. Sie schmecken etwas würziger als die Originalen finnischen Korvapuusti und sind etwas klebrigerer.

Da Farinzucker manchmal schwierig zu bekommen ist, haben wir das Rezept so gestaltet, dass man die nordischen Zimtröllchen auch ohne Farinzucker machen kann. Auch das Frosting ist kein Muss. Wir empfehlen diese Korvapuusti-Variante ofenfrisch mit einem Glas eiskalter Milch zu genießen!

Die Korvapuusti schmecken auch ohne Frosting echt lecker!

Zutaten für den Teig:

250 ml Vollmilch (3,8% Fettgehalt)
1/2 Würfel Frischhefe (25g) oder eine Tüte Trockenhefe
2 Eier
75g geschmolzene Butter
560g Weizenmehl
100g Zucker
30g Vollrohrzucker
1 TL Kardamom
1 TL Salz

Zutaten für die Füllung:

120g weiche Butter
220g Vollrohrzucker
2,5 gehäufte EL Zimt
(2 gehäufte EL Farinzucker)

120g Sahne für oben drauf (mind. 32% Fett)

Zutaten für das Topping (optional):

2oog Frischkäse
70g weiche Butter
1 Tütchen Bourbon Vanillezucker
170g Puderzucker

1-2 TL Zitronensaft

Zubereitung:

1. Die Milch lauwarm aufwärmen und in einer Rührschüssel mit der Frischhefe vermischen. Die Eier, die geschmolzene und etwas abgekühlte Butter, beide Zuckerarten, Kardamom und Salz dazugeben. Gut rührend zunächst die Hälfte des Mehls hinzufügen und nach einer Weile den Rest. Anders als bei den traditionellen finnischen Korvapuusti sollte dieser Teig etwas klebrig bleiben. Der Teig muss jetzt ca. 30min an einer warmen Stelle ruhen.

2. Die Zutaten für die Füllung mischen bis eine feste Masse entsteht. Farinzucker ist hier kein Muss. Falls jedoch Farinzucker vorhanden ist, kann dieser einfach hinzugefügt werden.

Die Korvapuusti werden vor dem Backen mit Sahne übergossen.

3. Den Teig nach einer halben Stunde auf eine bemehlte Arbeitsfläche geben und kurz leicht kneten. Dann die Masse zu einem Rechteck (ca. 30x40cm) ausrollen. Mit einem breiten Messer oder einem Pfannenwender die Füllung gleichmäßig auf die Teigfläche verteilen. Kleine Lücken schaden nicht. Den Teig vorsichtig in eine relativ feste Rolle drehen und in 10 bis 12 Scheiben schneiden (je nach Größe der Ofenform).

4. Die Scheiben nebeneinander in eine gebutterte, mittelgroße Ofenform legen (nicht quetschen, denn sonst quellen die Zimtschnecken über) und die Korvapuusti nochmal 20min in Ruhe aufgehen lassen. Wahlweise kann man die einzelnen Röllchen auch in eine Muffinform geben und schließlich 3-4min kürzer backen.

5. Den Ofen auf 210°C (190°C Umluft) aufheizen. Die Schlagsahne kurz aufwärmen (aber nicht zu stark erhitzen) und auf die aufgegangenen Zimtschnecken und drumherum gießen. Die Korvapuusti 20-25min backen, bis diese goldbraun sind.

6. Die Zimtschnecken aus dem Ofen nehmen und 10-15min oder über Nacht unter einem Küchentuch in der Ofenform ruhen lassen. Mit einem Messer in Stückchen schneiden und mit Milch und Kaffee genießen! Wer möchte, kann zu den Korvapuusti ein cremiges Topping oder auch Vanilleeis servieren.

Für das Topping müssen die Zimtschnecken kühl sein. Einfach die Zutaten mit einem Mixer cremig schlagen.

Die leckeren Korvapuusti enthalten Zimt, Farin- und Rohrzucker.

Die Zimtschnecken bleiben am frischesten in einer luftdichten Dose. Sie können auch für ein paar Wochen eingefroren werden.

Hyvää ruokahalua!

Zimtschnecken sind ein Traditionsgebäck Finnlands!
Die herausfließende Zuckerfüllung karamellisiert im Ofen.
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Das Rentier, also poro (Teil 2)

Im ersten Teil der Artikelserie berichteten wir über den Lebensraum und das Aussehen der Rentiere in Finnland. Im zweiten Teil geht es insbesondere um ihr einzigartiges Geweih, Sozialverhalten und Rentierkälber.

Das Rentiergeweih ist eines der am schnellsten wachsenden Knochen auf der Welt. In der schnellsten Phase wachsen sie sogar 2cm am Tag. Auch wenn die Tiere jedes Jahr ein neues Geweih bekommen, beeinflusst die Größe und der Zustand des Geweihs den Status des einzelnen Tieres in der Rentierherde. Verliert ein Rentier sein Geweih oder wird dieses beschädigt, verschlechtert sich auch der Rang des Tieres innerhalb der Herdenhierarchie.

Auch die weiblichen Rentiere haben ein Geweih, was bei anderen Hirscharten der Welt nicht vorkommt. Beide Geschlechter werfen ihr Geweih einmal im Jahr ab und manchmal kann man diese im Wald beim Wandern entdecken. Männliche Tiere werfen ihr Geweih im Herbst ab und Weibchen erst im Frühjahr. In Finnland nennt man Rentiere ohne Geweih „nulppo“.

In der Paarungszeit im Herbst sammeln Männchen kleine Herden von 10 bis 20 Weibchen (parttio), die sie mit viel Mühe zusammenhalten und verteidigen müssen. Oft verlieren männliche Tiere wegen der Anstrengungen in dieser Zeit viel Gewicht. Nachdem die weiblichen Tiere gedeckt wurden, gehen die Tiere wieder ihrer Wege und die Männchen fangen an ihr Gewicht wieder aufzubauen.

Nach der eisigen Kältezeit im Winter werden im Frühjahr die kleinen niedlichen Rentierbabys geboren. Es kommt allerdings vor, dass Rentierkälber erst im November/Dezember auf die Welt kommen. Bei der Geburt wiegen die Kälber 4-6 kg, wachsen jedoch sehr schnell und wiegen bereits nach ein paar Monaten um die 50kg. Auch die Kälber bekommen schnell ihr erstes Geweih. Im Herbst kann man daher oft kleine Rentierjunge mit ca. 20cm langen Geweihen rumlaufen sehen.

Rentiere findet man auch auf speziellen Rentiersafaris in Finnland!

Weibliche Rentiere können bis zu 18-20 Jahre alt werden, während Männchen nur gute zehn Jahre in der freien Wildbahn überleben.

Zwar sind die Rentiere auf den Weihnachtsmärkten nicht zu sehen, aber Kalevala Spirit bietet immer hochwertige finnische Rentierfelle an. Diese können in den finnischen Weihnachtsdörfern in Hannover, Leipzig, Stuttgart und Straßburg sowie im Onlineshop erworben werden und stammen aus traditionellen finnischen Rentierhaltungen.

Rentierfelle fühlen sich sehr weich an.

Da die Haare im Fell hohl sind, brechen sie leicht. Daher muss bei der Pflege größtmögliche Sorge angewendet werden. Die Felle der Tiere sind jedoch sehr feuchtigkeitsresistent und sehr warm.

Rentierfelle
Rentierfelle im finnischen Weihnachtsdorf von Kalevala Spirit

Wusstet Ihr, dass man auch in Deutschland Rentiere sehen und die Kultur des indigenen Sami-Volkes hautnah erleben kann? Mehr dazu im Finntastic-Blog.

Quellen:
www.tunturisusi.com/hirvet/poro.
www.paliskunnat.fi/poro/
www.samisoster.fi/muitogiisa/perinteiset-elinkeinot

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Das Rentier, also poro (Teil 1)

In einem unserer jüngeren Blogartikel haben wir darüber berichtet, welche Tiere man in Finnland entdecken kann und welche nicht. Das Rentier ist eines der bekanntesten Lebewesen aus dem Norden und lebt in Finnland in den Provinzen von Lappi und Oulu (36% der Fläche Finnlands). Hier ein kleiner Überblick für Interessierte:

Das Rentier (poro) wurde vom nordischen Reh (tunturipeura) domestiziert und ist halbwild. Rentierhaltung ist in Finnland ein traditionelles Gewerbe, das jeder Finne ausüben darf und nicht nur das indigene Volk der Samen, für das die Rentierhaltung früher ein wichtiger Bestandteil ihrer nomadischen Lebensweise war.

Die ältesten Einträge über Rentiere stammen aus dem Jahr 499 nach Christus. Da die halbwilden Tiere Privatvermögen sind, gab es in Finnland schon immer illegale Rentier Wilderer (porovaras). Diese und Wölfe gelten als die größten Gefahren für die Rentierhaltung.

Rentiere haben sich über die Jahrhunderte gut an die nordischen Verhältnissen angepasst. Die Tiere in Finnland halten Temparaturen von ca. +30°C bis zu -50°C aus und können dank ihrer Hufe auf festem Schnee laufen. Die Haare des Tieres sind hohl, weshalb ihr Fell bei Kälte extrem gut isoliert.

Schönes Rentierfell aus Finnland

Rentiere wechseln ihr Fell jährlich. Im Sommer ist es überwiegend bräunlich und im Winter wird es teilweise weiß als Tarnung. Die Widerristhöhe männlicher Rentiere liegt bei ca. 110cm und bei Weibchen bei ca. 90cm.

Männliche Rentiere wiegen zwischen 90kg und 180kg, wobei Weibchen nur zwischen 60kg und 100kg wiegen. Die größten Rentiere Finnlands kann man in Kainuu sehen.

In finnischen Lappland kann man halbwilde Rentiere entdecken!

Das Jahr über wandern die Rentierherden frei umher und werden zu festgelegten Zeiten von Menschen zusammengetrieben, um die Tiere zu markieren oder auch zu schlachten. Im Sommer sieht man Rentiere oft in Sumpfgebieten, wo sie Blätter, Gras und Heu fressen. Im Winter fühlen sie sich in Tannenwäldern am wohlsten und ernähren sich hauptsächlich von Flechten, die sie mit ihren guten Geruchssinnen durch – bis zu sogar einem Meter dicken – Schneeschichten riechen können.

Im finnischen Lappland kann man Rentiersafaris besuchen. Im Sommer findet man die Tiere aber auch oft auf den Straßen, wo sie eine echte Gefahr für den Verkehr sind. Im zweiten Teil erzählen wir mehr über die nordischen Tiere!

Möchtet Ihr mehr über das Leben der Rentiere in Lappland erfahren? Im Finntastic-Blog könnt ihr über die berührende Geschichte des kleinen Rentiers Ailo und seine Herde – eine der letzten vier freilebenden Rentierherden im norwegischen Teil Lapplands – lesen.

Quellen:
www.tunturisusi.com/hirvet/poro.
www.paliskunnat.fi/poro/
www.samisoster.fi/muitogiisa/perinteiset-elinkeinot


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Die blaue Stunde in Finnland (sininen hetki)

Den ganzen Tag hatte die Sonne von einem wolkenlosen Himmel auf uns herabgeschaut und unsere Wangen gekitzelt während die schneebedeckte, weiße Welt im Licht glitzerte.

In der Nacht hatte es geschneit und unsere Skier glitten leicht durch den frischen Puderschnee. Zum Aufwärmen gab es köstliche Pulla und heißen Kaffee aus der Thermoskanne.

Es sind zwei paar Skier nebeneinander im Schnee zu sehen. Die Marken sind unter einer Schneeschicht bedeckt.

Doch auch dieser perfekte Wintertag muss irgendwann enden und wir fühlen uns nach der sportlichen Anstrengung müde, aber sehr zufrieden. Langsam sinkt die Sonne am Horizont. Der zuvor tiefblaue Himmel färbt sich orange, dann rosa und schließlich rot, als die Sonne hinter dem Waldrand untergeht. Eine dicke Schneeschicht bedeckt die Bäume des Winterwaldes und wir beobachten das Lichtspiel am Himmel.

Die Abendsonne färbt den Horizont gelblich

Wenn der letzte Lichtstrahl am Himmel verschwindet, beginnt das Naturschauspiel. Die abendliche Dämmerung, die die Umgebung nach dem Sonnenuntergang blau färbt, scheint schließlich alles um uns herum in denselben, tiefblauen Farbton einzutauchen. Der Himmel ist nicht mehr klar zu erkennen. Der Schnee und die von ihm umhüllten Bäume sind nicht mehr weiß, sondern schimmern bläulich. Wir sind inmitten der blauen Stunde.

Die blaue Stunde in Finnland

Sininen hetki, also die blaue Stunde, ist ein Lichtphänomen in der Winterzeit. Sie tritt unmittelbar nach dem Sonnenuntergang auf, gerade wenn die Dämmerung ihren Schleier auf die Welt wirft. Die letzten Lichtstrahlen der Abendsonne färben die Welt für unsere Augen blau, weil die kürzeren (blauen) Wellenlängen des Sonnenlichts sich stärker in der Erdatmosphäre streuen. Die weiße, schneebedeckte Welt verstärkt dieses Phänomen.

Diese besondere blaue Stunde ist nicht jeden Abend oder Morgen (vor dem Sonnenaufgang) zu sehen. Vor allem bei bewölktem Himmel bleibt sie oft aus. Wenn sie aber auftritt, dauert sie in den nordischen Regionen bis zu 40 Minuten.

Wie die Nordlichter, hat die blaue Stunde (auf englisch „The Blue Hour“) im Laufe der Jahrzehnte viele Dichter und Künstler inspiriert. Sie und wird oft mit einer romantischen Zeit assoziiert.

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Mythos und Realität – Welche Tiere man in Finnland sehen kann

Jeder Finne, der ein wenig durch die Welt gereist ist, hat ganz sicher die gleichen Fragen gestellt bekommen: Lebt ihr in Iglus? Gibt es in Finnland auch Eisbären? Fährst Du mit dem Hundeschlitten zur Schule?

Für uns Finnen mag das lustig sein, aber wer noch nie in Nordeuropa war, hat vielleicht ein oder zwei falsche Vorstellungen über die Länder im Kopf. Um dies etwas aufzuklären, stellen wir einen kleinen Beitrag vor: Welche Tiere kann man in Finnland finden und welche nicht?

Eisbär (jääkarhu)

Leider nein. So schön es auch wäre, den weißen Bären gibt es in Finnland nicht. Tatsächlich besitzt das kleine Land im Norden keine Nordküste im Gegensatz zu unserem Nachbarn Norwegen. Der Eisbär begibt sich aber auch eigentlich nie zur norwegischen Nordküste. Vielmehr lebt er in Spitzbergen, einer Inselgruppe in der nördlichen Hemisphäre und in anderen (extrem) nördlichen Regionen der Welt.
Aber der Braunbär lebt in den finnischen Wäldern und kann dort in der Sommerzeit beobachtet werden. Den Winter verbringt er im Winterschlaf. In Kainuu kann man zum Beispiel in Kuhmo und in Martinselkonen den Braunbär an besonders eingerichteten Beobachtungsstellen sehen.

Rentier (poro)

Nicht nur der Weihnachtsmann, sondern auch seine Helfer sind tatsächlich in Finnland zuhause. Rentiere sind halbwild und können in der Sommerzeit überall in Lappland beobachtet werden. Im Winter treiben die Rentierhalter die schönen Tiere zusammen und bringen sie in abgelegenere Gebiete.

Robbe (norppa)

Diese süßen Tiere kann man in der Tat in Finnland entdecken. In der Region Saimaa (und nur hier) lebt der süße und geschützte Saimaan Norppa. Auch an der Ostseeküste Finnlands und in Bottenwiek kann man Robben sehen.

Pinguin (pingviini)

Leider gibt es diese lustigen Wasservögel nicht in Finnland.

Abgesehen vom einzigen Zoo Finnlands, bleiben unsere Küsten komplett pinguinfrei – schade! Aber dafür haben wir viele andere Wasservögel, z.B. auch den Singschwan, der finnische Nationalvogel.

Pinguine leben nur in der südlichen Hemisphäre.

 

Iglu

Zwar kein Tier, aber auch dieser Mythos muss einmal aufgeklärt werden. Die Finnen wohnen nicht (und wohnten auch nie) in Iglus. Die Schneehäuser waren früher die Unterkünfte der Inuit in Grönland. Dafür haben wir in Finnland aber mehrere Schneehotels, in denen man übernachten kann – wie spannend!

Eishotel Eishaus Schneehotel

Luchs (ilves)

Diese schöne Wildkatze lebt wirklich in Finnland. Sie kommt gelegentlich auch in die Nähe von Wohnsiedlungen und kann für Hauskatzen und Hunde gefährlich werden.

Huskies

Ja! Diese energiegeladenen Hunde gibt es in Finnland, aber natürlich nicht in der freien Wildbahn. In der Winterzeit empfiehlt sich besonders eine Huskysafari im Norden Finnlands. Zu unserem Bedauern mussten wir Finnen in unserer Jugend jedoch mit anderen Fortbewegungsmitteln zur Schule fahren (Fahrrad zum Beispiel). Ein Zwinger im Schulhof für hunderte Hunde wäre wohl zu aufwändig gewesen.

Natürlich gibt es auch viele andere Tiere in Finnland, z.B. der Hirsch, Vielfraß, Wolf, Fuchs, Hase und Reh.

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Quellen:

-http://www.tunturisusi.com/hirvet/poro.htm

-https://www.luke.fi/tietoa-luonnonvaroista/riista/hylkeet/

-https://blickgewinkelt.de/wo-leben-welche-pinguine-karte-lebensraum/

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Finnland ist das Nummer 1 Reiseziel für 2019

Bist Du ein großer Nordeuropafan und träumst schon länger von einer Reise nach Finnland? Dann ist 2019 das richtige Jahr, um diesen Traum zu erfüllen. Jetzt hat die große Nachrichtenseite Business Insider es offiziell gemacht (was wir schon länger wussten): Finnland ist das Top 1 Reiseziel schlechthin in 2019! Und wir erzählen in diesem Beitrag (ergänzend zum Video vom Business Insider), wieso das so ist!

Schnee

In Finnland gibt es nicht nur viel davon, sondern der Schnee bildet auch besondere Schnee-Eis-Strukturen auf Bäumen und Häuser (tykkylumi), die die Landschaft in ein atemberaubendes Winterwunderland verwandeln. Am besten bewundert man die Schneelandschaften in Lappland, PohjoisPohjanmaa oder Kainuu, ab Februar/März, weil es dann nicht mehr so kalt ist und die Tage länger sind.

Skifahren auf dem Rukatunturi in Kuusamo.

Sauna

Wer nach Finnland reist, muss in die Sauna. In Finnland gibt es mehr Saunen als Autos. Im Sommer und im Winter ist Saunieren ein besonderes Erlebnis. Am besten sucht man sich eine Sauna mit einem Steinofen, der mit Holz gewärmt wird. Es gibt auch Elektroöfen, aber diese finden wir persönlich nicht die beste Wahl. Das Highlight schlechthin ist eine Rauchsauna (savusauna), die 8-10 Stunden aufgewärmt werden muss, bevor sie genutzt werden darf.

Nach dem Saunieren werden finnische Würstchen gegrillt!

Hunderttausende Seen

Viele saubere Seen gibt es in Finnland und an jedem See stehen meistens dutzende Ferienhäuser. An vielen Orten kann man auch Fliegenfischen. In Saimaa gibt es aber auch die süßen Robben (Saimaan Norppa), die man mit ein wenig Glück sehen kann.

Tiere

In Lappland gibt es halbwilde Rentiere, für die Finnland berühmt ist.  Überall in Finnland kann man Hirsche, Rehe, Hasen, Füchse oder Singschwäne sehen. Aber auch der Braunbär, das Vielfraß, der Luchs und der Wolf ist bei uns Zuhause. Toll ist es im Morgengrauen eine Wanderung durch ein Sumpfgebiet zu machen oder Beeren zu pflücken. Aber bitte Moskitoschutz mitpacken.

Singschwäne fliegen in Finnland

Traumhafte Landschaften und Natur

Wie im Video festgestellt wird, besteht Finnland aus über 70% Wald. Gleichzeitig ist es das am lichtesten besiedelte Land Europas. Ein ruhiger entspannter Urlaub ist daher einfach zu organisieren.

Auch die Polarlichter muss man erlebt haben. Wenn man ganz genau hinhört, kann man das Rauschen der Aurora Borealis sogar hören. Die beste Zeit ist im Herbst oder im Frühjahr. Es gibt sogar eine Seite, wo man eine Vorhersage für das Auftreten der Nordlichter lesen kann.

Essen, Essen, Essen

Finnland bietet viel besonderes regionales Essen an. Überall kann man Restaurants finden, die nordische Delikatessen wie Flammlachs, Graved Lachs, Rentier- oder Hirschfleisch anbieten. Aber auch im normalen Supermarkt kann man tolle Sachen entdecken. Wir empfehlen: juustoleipä („Käsebrot“), Moltebeeren oder Moltebeermarmelade mit Vanilleeis, Roggenbrot, verschiedene pulla, Karelische Piroggen,  kalakukko (Fisch im Roggenmantel) und natürlich die ganz besonderen finnischen Süßigkeiten (irtokarkki).

Kalakukko aus Kleinen Maränen in einem Roggenmantel!

Auch leckere alkoholische Getränke kann man in jeder Bar, jedem Club und Supermarkt finden. Besonders leckere nordische Cider und Longdrinks (lonkero) gibt es in Finnland. Nur für härtere alkoholische Getränke muss man in den Spezialladen Alko.

Party

Aber auch feiern und neue Bekanntschaften machen geht einfach in Finnland. Ob in Levi, Kuusamo, Oulu, Turku oder in Helsinki, überall gibt es viele Partymöglichkeiten, um die Nacht zum Tag zu machen.

Unsere Empfehlung:

Finnland ist voll mit tollen Ferienhütten. Man muss garnicht ins Hotel, im Gegenteil, wir finden, dass eine private Hütte für 2, 4 oder sogar 20 Personen die beste Wahl ist. Die meisten werden eine Küche und Sauna haben und naturnah liegen. Die Auswahl geht von Ferienhäusern mit einfacher Ausstattung bis zu richtigen Luxusvillen. Am besten direkt am See mit einer Strandsauna oder in der Nähe einer Skipiste. Wegen der guten Schneequalität macht Skifahren oder Langlauf viel Spaß, außerdem ist Finnland wirklich Schneesicher.

Ein Ferienhaus am See mit einem Warmwasserbecken (Palju) und Sauna.

Wir sind stolz auf unser kleines Land und hoffen, dass wir in Euch ein wenig die Reisebegeisterung wecken konnten.

Hier findet Ihr das Video vom Business Insider: https://www.businessinsider.nl/finland-number-one-country-to-travel-to-in-2019-2019-1/

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Der finnische Tonttu – Heinzelmännchen und Wichtel – Teil 2

Wie wir schon im Teil 1 des Beitrags erwähnt haben, war ein Tonttu ein wichtiger Teil eines finnischen Haushalts. Mit der Zeit wurde ein Tonttu auch als ein guter Geist gesehen, der Reichtum, Sicherheit und Gleichgewicht in das Leben der Hausbewohner brachte.

Wenn sich ein Haushalt mit der Zeit und durch wachsenden Reichtum vergrößerte, konnte ein Tonttu nicht mehr die vielen Aufgaben in den Häusern alleine übernehmen. Aus diesem Grund konnte ein größerer Haushalt mehrere gute Geister haben, unter denen die Aufgaben genau verteilt wurden.

Süße kleine Wichtel im Winter!

Talontonttu, der Wichtel des Hauses, wanderte nachts über den Hof und schaute, ob alles in Ordnung und an seinem Platz war. Der Talontonttu wohnte im Haupthaus, zeigte sich aber kaum den Menschen. War etwas nicht in Ordnung, hat er die Menschen allerdings gewarnt.

Saunatonttu, also Sauna Wichtel, war zuständig für das Saunagebäude (das in Finnland natürlich in keinem Haushalt fehlen durfte). Er kümmerte sich darum, dass die Menschen in der Sauna nicht zu laut waren oder nicht zu spät in der Nacht saunierten. Außerdem sorgte er für Feuer und Sauberkeit in der Sauna.

Der Riihitonttu hat sich um die Getreidedarre gekümmert. Er verhinderte, dass Ungeziefer in die Darre kam oder dass die Darre zu sehr aufheizte, was im schlimmsten Fall zu einem Brand führen konnte.

Der Tallitonttu, sprich der Stallwichtel, kümmerte sich wiederum um das Wohlergehen der Tiere im Stall.

Wer brav ist, bekommt Geschenke vom Weihnachtsmann!

Der wohl bekannteste Tonttu ist aber der Joulutonttu, also der berühmte Weihnachtswichtel. Dieser Wichtel ist auch noch heutzutage ein wichtiger Teil der finnischen Weihnachtskultur. Die Weihnachtswichtel bewegen sich hauptsächlich in der Vorweihnachtszeit in der Nähe von Menschen und beobachten, ob die Kinder des Hauses sich gut benehmen, respektvoll und fleißig sind. Dies notieren sie sich und benachrichtigen den Weihnachtsmann, also den Joulupukki davon, welches Kind Weihnachtsgeschenke verdient hat und welches nicht.

Im Volksmund kommen die verschiedenen Tonttus auch noch heutzutage oft vor und so werden Tradition und Werte der Tonttus bis heute aufrechterhalten.

Weihnachtsmann in Finnland

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Quellen:

Eero Ojanen, Sirkku Linnea, Suomalaiset Taruolennot, Minerva

Kristfrid Ganander, Mythologia Fennica, Recallmed

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Finnlands Nationalvogel

Der finnische Nationalvogel ist der prachtvolle und elegante Singschwan (cygnus cygnus), der für Reinheit und Würde in unserer Kultur steht.

Singschwäne essen hauptsächlich Wasserpflanzen, wiegen zwischen 6,5 und 11 kg und paaren sich für ihr ganzes Leben. Diese liebevolle Beziehung kann sogar 20 Jahre überdauern. Die Schwäne fliegen für den Winter nach Süden und kehren im Frühjahr wieder zurück nach Finnland. Einzelne Paare verbleiben auch im Winter in ihrer Heimat, vor allem, wenn der Winter nicht allzu kalt ist.

Singschwäne. Photo: pixabay.com

Der Schwan spielt auch in unserer Mythologie eine wichtige Rolle. In unserem Nationalepos Kalevala schwimmt im Fluß vor der Unterwelt (Tuonela) ein – nach mancher Interpretation schwarzer – Singschwan Tuonelan Joutsen. Der schöne Vogel gilt in diesen Geschichten als heilig und wagt es jemand, ihn zu töten (oder dies zu versuchen), geht er auch selber zu Grunde. Auch dem Helden Lemminkäinen im Kalevala widerfuhr dies, aber seine Mutter konnte ihn retten.

Der finnische Komponist Jean Sibelius widmete ein Teil seines Musikwerkes Lemminkäinen diesem mystischen Vogel der Unterwelt. Zudem haben große Künstler wie Akseli Gallen-Kallela oder der Poet Eino Leino künstlerische Werke über Tuonelan Joutsen kreiert.

Könnte dies der ominöse Schwan am Tor der Unterwelt sein?

Nicht immer ging es dem Vogel in Finnland gut. Ende der 40er Jahre war die Vogelart in unserem Land fast ausgestorben, weil ihre Jagd noch weit verbreitet war. Nur 15 Schwanenpaare lebten in den finnischen Regionen Lappland und Kuusamo. In den 50er Jahren änderte sich die Einstellung gegenüber dem prachtvollen Vogel. Heutzutage ist die Jagd nach dem Singschwan in Finnland verboten und sie leben wieder überall in unserem Land. 

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Quellen:

https://yle.fi/aihe/artikkeli/2012/07/07/laulujoutsen-kansallislintu

http://www.luontoportti.com/suomi/fi/linnut/laulujoutsen

https://www.kalevalaseura.fi/kaku/sivu.php?n=p1a4&s=p1a4s4&h=hp1a4&f=fp1s

https://www.kalevalaseura.fi/kaku/sivu.php?n=p1a1&s=p1a1s2&h=hp..

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Rezept – Finnische Quarkkuchen (Rahkapulla)

Das finnische Pulla und die Zimtschnecken, also Korvapuusti, kennen viele. Aber von diesem Lieblingsgebäck gibt es viele weitere beliebte Variationen. Zum Beispiel Pulla mit Quarkfüllung, die sich auch sehr einfach mit ein wenig Obst und Beeren variieren lässt. Hier findet Ihr neben dem normalen Rezept zusätzlich noch eine sommerliche und eine weihnachtliche Rezeptvariante.

Zutaten:

1x Hefegebäckteig für Pulla aus unserem Blog

(1) Grundfüllung:
250g Speisequark
150g Schmand
200g Sahne
130g Zucker
2 Eier
1 Pkt. Vanillezucker
Saft einer Zitrone

Obere Schicht:
Ganz nach Belieben Rosinen und/oder eingefrorene/frische Beeren oder Früchte

(2) Himbeerfüllung:
100g tiefgefrorene oder frische Himbeeren/Blaubeeren

(3) Weihnachtsfüllung:
Zimt
1 Apfel

Backzeit:

12-15min bei 225°C (205°C Umluft)

Zubereitung:

Den Teig anhand des Rezepts für den klassischen Hefegebäckteig zubereiten und 45-60min ruhen lassen, bis der Teig fast doppelt so groß geworden ist.

Kleine Teigbällchen mit einem Durchmesser von ca. 7cm formen und diese 20-30min unter einem Küchentuch ruhen lassen.

Das finnische Hefegebäck geht im Ofen auf!

Die Zutaten für die Füllung zu einer glatten Masse vermischen.

Sechs Bällchen auf ein mit Backpapier versehenes Ofenblech platzieren. Ein Glas oder eine Tasse mit 6-7cm Durchmesser zuerst in Mehl tauchen und dann die Mitte jedes der Teigbällchen fest eindrücken. Mit den Fingerspitzen die Vertiefung gleichmäßig formen, sodass ein Rand von ca. 1,5cm verbleibt. Anschließend etwas Füllung in die Vertiefungen gießen und nach Lust und Laune einzelne Gebäckstücke mit 3-6 Rosinen, eingefrorenen oder frischen Himbeeren oder Blaubeeren dekorieren.

Finnische Quarkkuchen natur, mit Himbeeren und mit Apfel & Zimt.

Für die Himbeerfüllung die aufgetauten oder frischen Beeren mit einem Viertel der Füllung pürieren und in die Vertiefungen gießen. Noch vor dem Backen auf die Gebäckstücke 2-3 Beeren platzieren, die für eine schöne Verfärbung sorgen.

Quarkkuchen mit Apfel und Zimt

Für die weihnachtliche Version ein Viertel der Füllung mit 1-1,5 TL Zimt vermischen, in die Vertiefungen gießen und auf die Füllung eine Handvoll geschälte und klein gewürfelte Apfelstücke geben. Nach dem Backen noch mit einem Hauch Zimt dekorieren.

Die Vertiefungen lassen sich mit allerlei Leckereien füllen.

Nach dem Backen sollen die finnischen Quarkkuchen abkühlen, damit die Füllung fest wird. Mit eiskalter Milch oder einem Cappuccino genießen.

Hyvää ruokahalua!

Die traditionellen Pulla mit einer leckeren Quarkfüllung!

Die finnischen Pulla mit verschiedenen Obst- und Beerenfüllungen.

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Rezept – Finnische Weihnachtstörtchen (Joulutorttu)

Die finnischen Weihnachtstörtchen, also Joulutortut, sind im Winter und vor allem in der Vorweihnachtszeit einfach ein Muss. Üblich ist es, fertigen Blätterteig zu nehmen, aber der begabte Bäcker darf den Blätterteig natürlich auch selbst machen. Mit unserem Rezept geht es aber deutlich schneller und stressfreier, was in der (Vor-)Weihnachtszeit oft von Vorteil ist.

Zutaten:

1-2 Packungen frischen oder tiefgefrorenen Blätterteig (ca. 550g)
1 Dose Pflaumenmus (ca. 450g)
1 Ei

(Puderzucker zum Dekorieren)

Backzeit:

Ca. 15-20 min bei 220°C (200°C Umluft) bzw. je nach Anleitung auf der Teigverpackung

Zubereitung:

Den Blätterteig auf ein mit Backpapier versehenes Ofenblech ausrollen und in quadratische Stückchen schneiden (ca. 8x8cm). Der Teig sollte ca. 3-6mm dick sein.

Für die Weihnachtssternchen jede Ecke des Teigvierecks richtung Mitte ca. 5cm lang einschneiden. 1-2 üppige Teelöffel Pflaumenmus in die Mitte platzieren und jede zweite Ecke mit dem Ende des Löffelgriffs vorsichtig in der Mitte festdrücken. Wer möchte, kann für besseren Halt die ausgewählten Ecken mit ein wenig gequirltem Ei bestreichen, bevor sie festgedrückt werden.

Die Joulutortut lassen sich in verschiedene schöne Formen zuschneiden.

Für die Weihnachtsblumen parallel zu jeder Ecke des Teigquadrats, ca. 1cm vom Rand entfernt, die Ecke auf jeder Seite mit einem ca. 3-4 cm langen Schnitt einschneiden (s. Bild oben). Die Lücke zwischen den eingeschnittenen Ecken sollte möglichst klein sein (0,5-1cm). In die Mitte jeweils großzügig Pflaumenmus platzieren. Dann die äußeren Ecken (ggf. mit ein wenig Ei bestrichen) in die Mitte jedes Gebäckstücks falten und vorsichtig, aber fest mit dem Löffelende eindrücken.

Das Ei in einer Tasse mit einer Gabel verquirlen und die Teigflächen mit dem Ei bestreichen. Dies sorgt für eine glänzende, goldbraune Farbe. Die Joulutortut mit Hilfe der Zubereitungsanweisung des Teigherstellers backen. Für unsere, etwas dünneren finnischen Weihnachtstörtchen reichten ca. 15-16min bei 220°C (200°C Umluft) aus, bis sie goldbraun waren. Die untere Seite der Törtchen sollte auch leicht bräunlich werden.

Die leckeren finnischen Weihnachtstörtchen sind knusprig und saftig zugleich!

Die fertigen Weihnachtstörtchen auf einen Teiller/in einen Korb legen und abkühlen lassen. Jetzt ist das Pflaumenmus noch sehr sehr heiß! Wer möchte, kann danach auf die abgekühlten Törtchen Puderzucker streuen. Das Gebäck schmeckt auch in den Folgetagen noch lecker und lässt sich einfrieren.

Hervorragend zu jeder Tageszeit, oft und in großen Mengen!

Hyvää ruokahalua!

Pflaumenmus ist süß, aber weihnachtlich würzig.