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Der finnische Tonttu – Heinzelmännchen und Wichtel, Teil 1

In Finnland haben Heinzelmännchen und Wichtel, also Tontut, schon eine sehr lange Geschichte. Früher waren sie ein Teil des Alltags und sie galten als Hüter des Hauses. Aus diesem Grund ähnelt auch das Wort Tonttu dem Wort Tontti sehr, was auf finnisch Grundstück bedeutet.

Es heißt, dass die finnischen Heinzelmännchen kleine Männer und Frauen mit grauer Kleidung und roter Mütze waren. Man hat sie sehr selten zu sehen bekommen, da sie in der Nacht arbeiteten. Es war aber ein großes Glück, einen Tonttu im Haushalt zu haben. Hatte ein Tonttu sich in einem Haus niedergelassen, war es seine Aufgabe, sich um den Haushalt zu kümmern und dazu beizutragen, ein Haus zu einem Zuhause zu machen; zu einem Platz für die Menschen (und Hauswichtel), an dem sie sich wohlfühlen und eigene Geschichten und Bräuche entwickeln konnten. So wussten die Menschen zum Beispiel, dass der Tonttu sich um die wichtigen Sachen kümmerte, wenn sie ihr Haus mal verlassen mussten.

Kleine Wichtel passen auf die verschiedenen Häuser auf. Jeder hat seine eigene Aufgabe.

Der Tonttu hat dem Haus gedient, war aber kein Diener. Wurde das Heinzelmännchen beleidigt oder fühlte es sich nicht wertgeschätzt, ist es gegangen und hat aus Rache oft manches zerstört. Darum war es auch wichtig, dem Tonttu immer am selben Ort gutes Essen bereitzustellen und die Restwärme in der Sauna stand dem Tonttu zu. Kindern wurde erzählt, dass sie nicht allzu laut sein durften, denn der Lärm verärgere den Hauswichtel.

Für die Heinzelmännchen im Haus war es wichtig, ein Gleichgewicht zwischen Mensch und Natur aufrechtzuerhalten, in dem Umwelt, Tiere, Menschen und natürlich auch magische Wesen mit Respekt und Würde behandelt wurden. Wer diese Werte nicht beachtete, hatte mit Pech zu rechnen, denn dann war das Heinzelmännchen unglücklich.

Ein herbstlicher Anblick in Finnland.

Um einen Tonttu anzulocken, musste ein sehr besonderes Ritual durchgeführt werden. Wer eines der fleißigen Heinzelmännchen in seinem Haus haben wollte, musste sich in der Osternacht ein Kumt einer Stute um den eigenen Hals legen und neun Mal um die Kirche gehen. Wenn der Tonttu dann zu dem Menschen kam, musste man seinen Wunsch äußern z.B. nach Reichtum oder guter Ernte. Diesen Wunsch hat der Tonttu dann erfüllt.

Es gibt auch eine Redewendung auf Finnisch: „Tonttu sillä on, Tonttu kantaa“, was sinngemäß so viel heißt wie „Wer Wohlstand hat, hat einen Tonttu im Haus“, weil der finnische Tonttu Reichtum ins Haus brachte.

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Quellen:

Eero Ojanen, Sirkku Linnea, Suomalaiset Taruolennot, Minerva

Kristfrid Ganander, Mythologia Fennica, Recallmed

Uno Harva, Suomalainen muinaisusko, SKS

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Neue Einblicke in die finnische Mythologie – Teil 3

Finnland Natur See

Im dritten Teil der Serie steigen wir in die heidnischen Gebräuche der Finnen ein, die den Alltag stark beeinflussten.

Die Feenwelt (Henkimaailma)

Vor Jahrhunderten glaubten die Menschen, dass parallel zu unserer Welt eine Feenwelt existierte. Diese war wie ein Spiegelbild unserer Welt. Es hieß, der Boden dieser Welt sei unsere Erdoberfläche, nur stehe man dort (von uns aus betrachtet) mit dem Kopf nach unten.

Die Decke des Waldes (Metsänpeitto)

Nach dem damaligen Volksglauben war es möglich in die Feenwelt zu gelangen. Wer die richtigen Tricks allerdings nicht kannte, blieb dort für immer verschollen. Umso problematischer war es, wenn wichtige Nutztiere, wie Kühe in der Natur verschwanden, denn es war ja möglich, dass sie in die gespiegelte Feenwelt unter unseren Füßen gelangt waren, also unter die Decke des Waldes. In diesem Fall reichte es nicht, nach den Kühen zu rufen – in der anderen Welt konnten sie es ja nicht hören – sondern gefunden werden musste eine Eröffnung in die Feenwelt. Ausreichend war zum Beispiel ein hohler Baumstamm oder ein Erdloch, der mit dem Boden und so mit der Feenwelt verbunden war. Durch diesen Baumstamm rief man nach dem Tier und mit etwas Glück folgte es den Rufen und fand seinen Weg wieder zurück nach Hause.

Finnischer Blog Kalevala Spirit
Kühe auf dem Weg nach Hause.

Verirrte Personen

Weil die Feenwelt unsere Welt spiegelte, war es nur sinnvoll, dass auch die Kleidung dort verkehrt herum getragen werden musste. Wer sich im Wald verlaufen hatte und die eigentlich vertraute Gegend nicht mehr erkannte, war wömöglich in die umgekehrte Welt der Feen und Elfen gelangt. Um wieder den richtigen Pfad in die Menschenwelt zu finden, mussten die Socken oder Schuhe an den Füßen getauscht oder die Jacke falsch herum getragen werden. Auch die Sucher mussten sich entsprechend anziehen, denn sonst war ihnen der Blick in die Parallelwelt verwehrt. Es hieß sogar, dass die Sucher – sollten sie ihre Kleidung nicht verkehrt herum anziehen – die gesuchte Person nur als einen Stein oder Baum würden wahrnehmen können.

Reflexionen im Wasser

Wer schon einmal einen Sonnenuntergang an einem windstillen Abend am See genossen hat, konnte auf dem Wasser sicher die Reflexionen unserer Welt – das Ufer, die Bäume und Tiere – in goldener Farbe sehen. Mit etwas Phantasie schaut es fast so aus, als sei unter der Wasseroberfläche eine andere Welt. Früher glaubte man, dass in diesem magischen Moment, an bestimmten Seen, die Grenze zwischen den zwei Welten verwischte und man direkt in die Feenwelt schauen konnte, bis die goldenen Sonnenstrahlen hinter dem Horizont verschwanden.

Kalevala Spirit Volklore Blog
Glatt wie ein Spiegel muss die Seeoberfläche sein, damit man in die mysteriöse Welt schauen kann.

Erst in den 50er/60er Jahren verschwand der weitverbreitete und ernsthafte Volksglaube an das Metsänpeitto. Hierfür waren vermutlich die gesellschaftliche Modernisierung und die schnelle flächenmäßige Eingrenzung der Wälder wegen Bauarbeiten ursächlich. Jahrhunderte lang galten Wälder als Tapios Reich, doch schließlich war auch der Wald nicht mehr die Grenze der Zivilisation.

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Quellen:

Uno Harva, Suomalaisten muinaisusko, SKS

Marko Leppänen, Metsänpeitossa – siis missä?, Esoteerinen maantiede ja periferiaterapia

Tomi Letonsaari, Metsänhaltijat Itäsuomalaisessa kansanuskossa. Pro gradu -tutkielma

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Neue Einblicke in die finnische Mythologie – Teil 2

Kalevala Mythologie Finnland

In einem zweiten Teil stellen wir drei weitere finnische Mythologiewesen vor, die vielleicht nicht so bekannt sind wie die Helden des finnischen Nationalepos, Kalevala.

Sinipiiat

Ob die Windgeister Sinipiiat, also die blauen Mägde der Wälder, tatsächlich auch blau sind, weiß man nicht. Es gibt viele Beschreibungen für die verspielten Mythologiewesen. Manche sagen, sie schauen aus wie wunderschöne junge Frauen, anstelle eines normalen Rückens haben sie jedoch nur eine Aussparung. Auf jeden Fall sind sie schnell und verspielt. Da sie aber im Reich von Tapio, dem Waldkönig, leben, gehört zu ihren Aufgaben die Pflege von allen Tieren und Lebewesen im Wald.

Kalevala Finnland
Die finnische Mythologie kennt viele Wesen und Naturgötter.

Näkki

Näkki ist ein cleveres Monster, das in den stillen Gewässern Finnlands wohnt und ahnungslose Schwimmer in die Tiefen der Seen zieht. Er kann seine Gestalt jedem Opfer anpassen. Manchmal ist er ein großer schwarzer Hund oder ein anderes Tier, dem Kinder hinterherlaufen und dann wiederum eine wunderschöne nackte Frau mit langen schwarzen Haaren, der Männer hinterher schwimmen. Also Vorsicht ist geboten, wenn man in Finnland in den Seen schwimmen möchte…

See in Finnland

Pakkanen

Der Sohn des Sturmes Puhuri, ist in der finnischen Mythologie der Frost, Pakkanen. Die Finnen glauben daran, dass man der furchtbaren Kälte des Pakkanen mit ein paar Zauberworten standhalten kann, obwohl der moderne Finne lieber zu einer warmen Winterjacke greift. Pakkanen und seine Frau Hyytö können zusammen ganze Flüsse einfrieren lassen. Aber jeder Finne weiß, je kälter und länger der Winter, desto schöner wird die Natur mit Schnee und Eis geschmückt.

Schnee Frost Natur Kalevala Spirit
Im Winter wird es in Finnland so kalt, dass der Boden richtig einfriert.

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Quellen:
Haltijoiden mailla, maahisten majoissa, Elina Ranta/Maija Ranta;
Mythologia Fennica, Kristfrid Ganander.

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Neue Einblicke in die finnische Mythologie – Teil 1

Finnische Mythologie Kalevala Spirit

Wer ein wenig die finnische Kultur mag, kennt natürlich auch Kalevala, unseren Nationalepos: Wie der große Schmied Ilmarinen das goldene Wunder Sampo schmiedete und der mächtige Held Väinämöinen es von der furchteinflößenden Hexe im Norden – Pohjolan Akka – stahl. Aber die wenigsten kennen die anderen finnischen Mythologiewesen – wie unsere Wald-, Wiesen und Luftwesen. Hier ein erster Einblick:

Der Bär

Otso, Mesikämmen, Kontio, Mythologie Finnland
Der Kalevala Spirit Bär

Einer der wichtigsten Charaktere in der finnischen Kultur war und ist noch immer der Bär, also Karhu. Die Finnen glauben, dass der Naturgott der Wälder, Tapio, sich gelegentlich in der Form eines Bären durch sein Reich bewegte. Es gibt unendlich viele Kosenamen für den König der Wälder. Otso, Kontio, Mötti, Ryökämöinen sind einige – heute lustig klingende – Beispiele, die sich nicht übersetzen lassen. Der Bär ist wie ein Bruder für die Finnen, aber er war auch lange ein wichtiges Wildtier. Sogar so wichtig, dass man nach der Bärenjagd eine große Feier (Karhunpeijaiset) veranstaltete, mit viel Musik, Tanzen und natürlich leckerem Essen.

Finnland Tiere Bären

Die Riesen, also „Jätit“

Söhne des Kalewa nannte man sie und sie gelten als die ältesten Bewohner des Nordens. Früher nannte man Finnland und Schweden daher auch „Jotanhem“, also das Land der Riesen. Kalewa hatte 12 Söhne, die unglaublich groß und stark waren. Einer der Söhne konnte ganz allein riesige Schlösser bauen. Ihre Töchter wuchsen ebenso stark und männlich auf, wie ihre Väter und bauten sogar ganze Berge! Eines der 12 Söhne war Hiisi, der auch als das böseste Wesen der Welt galt.

Väinämöinen Held
Bild: Tiinu Halonen

Hiisi

Auf einem feurigen Ross ritt der Riese durch sein dunkles Reich und versklavte unzählige Menschen. Wenn man im Wald in das Reich des Hiisi eintritt, soll man seine furchtbare Bösheit bis in die Seele spüren und sich komplett verloren fühlen. Er und sein Volk können die Form einer Schlange einnehmen und unsichtbar auf die Menschen lauern. So mag Hiisi böse sein, jedoch passt er auf sein eigenes Volk und die Tiere in seinem Reich bestens auf. Er hat eine ebenso furchtbare Frau (Hiijen emäntä), eine Katze (Kipinätär), einen Hund (Hiiden rakki) und sogar einen Elch (Hiiden hirvi). Lange wurde er als Gott von den heidnischen Finnen verehrt.

Natur Fotografie
Die Grenze zum Reich des Hiisi.

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Quellen:
Haltijoiden mailla, maahisten majoissa, Elina Ranta/Maija Ranta;
Mythologia Fennica, Kristfrid Ganander;
Karhun kannoilla, Juha Pentikäinen

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Heute wird der Nationalfeiertag gefeiert – auch bei uns!

die Flagge Finnlands

Der Vortag des Unabhängigkeitstags wird in ganz Finnland in Erwartung des Festtags bei Kaffee und Kuchen verbracht. Am Abend des 5. Dezembers beginnen die Feste über das ganze Land verteilt, in Konzertsälen, Schulen, auf Stadtplätzen und privat werden größere und kleinere Partys abgehalten.

Für dieses besondere Datum wurde sogar ein neues Design für finnische Pässe kreiert mit einem Kunstwerk, das die Landschaft Finnisch-Lapplands, die Nordlichter und Schneeflocken darstellt.

Alles ist am 6. Dezember festlich geflaggt und geschmückt, um den passenden Rahmen für Konzerte, Shows und Paraden vorzugeben. In jedem Fenster brennen weiß-blaue Kerzen. Im Präsidentenpalast wird ein ausgewählter Kreis zum Unabhängigkeitstagsempfang geladen. Bei allen Feierlichkeiten, ob privat, öffentlich oder beim Präsidenten, stehen im Mittelpunkt finnische Stärken wie Gleichheit und Demokratie und natürlich Sisu, diese besondere finnische Mischung aus Mut und Ausdauer.

Heute wird nicht nur Nikolaus, sondern auch der 100. Geburtstag der Unabhängigkeit Finnlands gefeiert. Der Nationalfeiertag steht dieses Jahr unter dem Motto „Gemeinsam“ (Yhdessä). Daher erwartet alle Besucher der finnischen Weihnachtsdörfer, egal ob Groß oder Klein, viele Überraschungen, Events und köstliche Extras. Kommt vorbei!

In Hannover erwartet Euch folgendes:

Von 12:00 bis 18:00 Uhr wird der echte finnische Weihnachtsmann vor Ort sein, für Fotos zur Verfügung stehen und mit seinen Wichteln Weihnachtslieder singen.

Von 15:00 bis 18:00 Uhr steht alles unter dem Motto „Gemeinsam essen und feiern!“ Kinder können mit Ihrem Eltern Elchwürste am Stecken selber über einem Lagerfeuer grillen und diese köstliche Tradition aus Finnland erleben.

Von 18:00 bis 20:00 Uhr wird die Old Virginny Jazz Band ihre wunderbare Musik spielen, mit dem sie schon so viele begeistern konnten.

In Stuttgart wird die bekannte finnische Tango-Band Uusikuu abends ab 19:00 Uhr finnische Weihnachtslieder in dem urigen Lappenzelt spielen. Laura Ryhänen, Mikko Kuisma und Norbert Bremes sind Teil des Uusikuu-Trios. Die Besucher können beim Lagerfeuer Tango tanzen oder einfach die melancholische Musik genießen.

In Leipzig spielt ab 18:00 Uhr eine Jazzband ihre wunderbare Musik.

 

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Finnland feiert 100 Jahre Unabhängigkeit – und wir feiern mit!

Wald in Finnalnd

Am 6. Dezember 1917 erlangten die Finnen ihre Unabhängigkeit. So feiert das Land der Tausendseen dieses Jahr sein 100. Jubiläumsjahr mit unzähligen Veranstaltungen rund um den Globus.

Der bürgerliche Senat unter Führung von Pehr Evind Svinhufvud reichte am 4. Dezember 1917 die Unabhängigkeitserklärung beim Finnischen Parlament ein und sofort stimmte das Parlament der Unabhängigkeit zu. So erklärte Pehr Evind Svinhufvud am 6. Dezember Finnland für unabhängig. Seit 1919 wird dieser Tag als Unabhängigkeitstag und seit einiger Zeit auch als Nationalfeiertag gefeiert.

Von 1809 bis zur Unabhängigkeit war Finnland ein autonomes Großfürstentum des Russischen Zarenreichs. Die am 7. November gestartete Oktoberrevolution in Russland ermöglichte die Loslösung Finnlands von Russland in 1917. Vor 1809 stand das Gebiet, das jetzt Finnland ist, seit wenigstens dem 13. Jahrhundert unter schwedischer Herrschaft.

Dieses Jahr jährt es sich zu 100 Mal und das Motto des Festjahrs lautet „Gemeinsam“! Damit wird zum Ausdruck gebracht, dass alle, Finnen wie Freunde der Finnen, zur Feier eingeladen sind.

Und auch wir feiern am 6. Dezember in unseren finnischen Weihnachtsdörfern in Leipzig, Hannover und Stuttgart. 

Leipzig:

Ein junges Jazz-Trio mit Leo Grandke (Bass), Robin Rauhut (Klavier) und Sonia Loenne (Gesang) spielt von 18:00 – 20:00. Die Besucher können beim Lagerfeuer tanzen oder einfach die melancholische Musik genießen.

Hannover:

Von 12:00 bis 18:00 Uhr wird der echte finnische Weihnachtsmann vor Ort sein, für Fotos zur Verfügung stehen und mit seinen Wichteln Weihnachtslieder singen.

Von 15:00 bis 18:00 Uhr steht alles unter dem Motto „Gemeinsam essen und feiern!“ Kinder können mit Ihren Eltern Elchwürste am Stecken selber über einem Lagerfeuer grillen und diese köstliche Tradition aus Finnland erleben.

Von 18:00 bis 20:00 Uhr wird die Old Virginny Jazz Band ihre wunderbare Musik spielen, mit der sie schon so viele begeistern konnten.

Stuttgart:

Die bekannte finnische Tango-Band Uusikuu wird abends ab 19:00 Uhr in dem urigen Lappenzelt finnische Weihnachtslieder spielen. Laura Ryhänen, Mikko Kuisma und Norbert Bremes sind Teil des Uusikuu-Trios. Die Besucher können beim Lagerfeuer wunderbare Musik genießen.

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Die finnische Sauna

Saunieren Finnland

Die finnische Sauna ist ein wichtiger Teil der finnischen Lebensart. Das sieht man schon daran, dass sie seit 1986 einen eigenen Feiertag hat (den zweiten Samstag im Juni), es in Finnland über 1,5 Millionen Saunen gibt und kein finnisches Wort weltweit bekannter ist als „Sauna“. Wenn in früherer Zeit ein neues Haus gebaut wurde, wurde zuerst das Saunagebäude errichtet.

Saunieren wie ein profi
Oft findet man in Finnland Saunen am Seeufer.

Früher diente die Sauna nicht nur der Reinigung und Entspannung, sondern sie war als „Apotheke der Armen“ bekannt. Kranke wurden hier geheilt und Kinder geboren. Sie war der wärmste, sauberste, sterilste und ruhigste Platz im Haus und galt als heiliger Ort. Vor wichtigen Entscheidungen besuchte man auch die Sauna.

Und so funktioniert es: durch Wasseraufgüsse auf die heißen Ofensteine, gerne auch mit Duftzusatz, entsteht Wasserdampf, der den Körper zum Schwitzen bringt. Die normale Saunatemperatur beträgt 85-100 Grad Celsius. Zur Förderung der Durchblutung pflegt man dann, den Körper mit Birkenquasten zu peitschen. Durch einen Sprung ins kalte Wasser oder einreiben mit Schnee kommt der Kreislauf richtig in Gang und man fühlt sich wie neugeboren. Nach einer Ruhephase wiederholen die Finnen gerne den Saunagang. Danach wird gesellig beisammen gesessen oft mit Saft, Bier oder Makkara.

Makkara Suomi Sauna
Makkaranpaistoa! Also Wurstgaren!
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Die Geschichte der Sauna

Wasser Sauna Saunagang

Das Schwitzbad gibt es schon seit mehreren Jahrtausenden. Bis die Sauna ins heutige Europa und nach Finnland kam, hatte sie bereits eine lange Geschichte hinter sich.

Erste primitive Saunen gab es bereits in der Steinzeit. Diese wurden von Archäologen in Asien gefunden. Die Menschen legten kleine Höhlen oder Erdlöcher mit heißen Steinen aus und überschütteten diese mit Wasser. Mit dem erzeugten Wasserdampf erhitzten sie die ersten Schwitzbäder, die mehrere tausend Jahre alt sind. Mit zunehmender Sesshaftigkeit der Menschen verbreitete sich das Schwitzbad immer weiter.

Ilmarinen Kalevala SpiritZu Beginn hatten die Erdsaunen nur den Zweck der Körperpflege. Mit der Entwicklung der Zivilisation und der Religion entwickelten sich diese zu spirituellen Orten. Die Sauna wurde nun auch genutzt, um die Seele von bösen Gedanken und Geistern zu reinigen.

Schwitzbäder waren von Asien über Süd-, Mittel- und Nordamerika weit verbreitet. Da die frühen Menschen teilweise noch als Normarden lebten, brachten sie auch ihre Kulturgüter, Rituale und das Dampfbad mit nach Finnland. Die ersten Saunen in Finnland waren auch Erdsaunen und sogenannte Rauchsaunen, die keinen Schornstein hatten.

Aufgrund des kalten Klimas erlebte die Sauna in Skandinavien einen wahren Boom. Der Frostboden erschwerte das Graben von Erdlöchern, weshalb die oberirdische Sauna in Blockhütten erfunden wurde. Gerne stehen diese immer noch nahe einem Gewässer zur Abkühlung.

Sauna Finnland Norden
Die Finnen bauen ihre Saunen gerne in die Nähe von reinen Gewässern. Dies ermöglicht eine Abkühlung nach dem saunieren.

Pictures by Akke Virtanen

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Maiglöckchen, die finnische Nationalblume

Nationalblume Finnlands

Dieses Jahr feiert Finnland 100 Jahre Unabhängigkeit. Daher ist es gut zu wissen, dass unser Nationaltier der Bär und der Nationalvogel der Singschwan ist. Oft gerät unsere Nationalblume – das Maiglöckchen (Convallaria majalis) – jedoch in Vergessenheit.

Auf finnisch heißt die zarte Blume „Kielo“ und sie wurde in 1967 erstmals als Nationalblume Finnlands geehrt. Der Name Kielo stammt von dem Wort Zunge (Zunge = Kieli), da die Blattform einer Zunge ähneln. Früher wurde die Pflanze daher auch als Kuh-, Hund- oder Ochsenzunge bezeichnet. Durch den finnischen Arzt und Schriftsteller Elias Lönnrot, der auch das finnische Nationalepos Kalevala verfasst hat, hat sich der Name Kielo in der Finnischen Sprache standardisiert.

Das Maiglöckchen wächst fast in ganz Finnland und blüht in der Regel von Mai bis Juni. Zuerst treten orange-rote Beeren in Erscheinung und schließlich die weißen, glockenförmigen Blüten. Kielo ist eine sehr beliebte Gartenpflanze und Weihnachtsblume. Wichtig zu wissen ist noch, dass diese Schönheit sehr giftig ist und insbesondere die Beeren nicht verzehrt werden dürfen! Für die privaten Gärten hat der Mensch jedoch eine giftfreie Maiglöckchenart gezüchtet.

Maiglöckchen Norden
Kielo heißt die Nationalblume Finnlands.

Quellen: Eigene Erfahrungen, Yle.fi, Luonnonportti.com, Wikipedia.fi.

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Juhannus, das Mittsommerfest

Mittsommerfest

Das Mittsommerfest – also „Juhannus“ – ist die Feier des Lichtes und des Mittsommers, weil die Tage (und nachtlosen Nächte) in dieser Zeit am längsten und hellsten sind. Nördlich vom Polarkreis geht die Sonne am Tag der Sommerwende überhaupt nicht unter.

Ursprünglich handelte es sich um ein heidnisches Fest für Licht und Fruchtbarkeit in den nordischen und baltischen Ländern. Schließlich wurde das Fest von manchen christlichen Glaubensrichtungen übernommen und zu Eigen gemacht. Der Name „Juhannus“ wird auch vom Namen Johannes der Täufer hergeleitet, dessen Geburstag am 24.7. gefeiert wird. Juhannusabend fällt auf einen Freitag zwischen dem 19. und 26. Juni. In Finnland handelt es sich um einen offiziellen Beflaggungstag.

Finnische Flagge in der Mast

Die Finnen feiern das Mittsommerfest häufig am Sommerhaus oder bei einem Mittsommernachttanz (oder Festival). Traditionell wird mit selbstgemachten Birkenquasten sauniert, lecker gespeist und schließlich ein großes Sonnenwendfeuer entzündet. Oft kann man am Seeufer viele Feuer auf allen Seiten des Gewässers entdecken. In den schwedisch-finnischen Sprachregionen Finnlands gibt es sogar noch schön geschmückte Maibäume.

In den Zeiten, als die Feier noch der Ehre des heidnischen Hauptgottes „Ukko“ (der Name bedeutet soviel wie „alter Mann“) gewidmet war, wurden in der feierlichen Nacht Fruchtbarkeits- und Liebeszauber ausgeübt. Junge Mägde mussten um Mitternacht drei Mal um die Sauna laufen und dann nackt in eine Wasserquelle blicken, um das Gesicht ihres künftigen Gatten zu sehen.

Saunieren wie ein profi

Auch die finnische Schriftstellerin und Künstlerin Tove Jansson hat in ihrem Muminbuch „Sturm im Mumintal“ (auf finnisch „Das gefährliche Mittsommerfest“) aus dem Jahr 1954 über die Feier geschrieben. Snorkfräulein hat im Buch mit einer neuen Freundin einen Juhannus-Zauber ausgeübt. Um Mitternacht haben die Mädchen neun unterschiedliche Blumen gepflückt, sich sieben Mal an der Stelle gedreht und sind rückwärts zum Brunnen gelaufen. Dort konnte zumindest Snorkfräulein ihren künftigen Gatten auf der Wasseroberfläche erkennen.

Heutzutage wird Juhannus in ganz Finnland mit Freunden und/oder Familie gefeiert und ab der Sonnenwende werden die Tage dann leider wieder kürzer. Die Deutsch-Finnische-Gesellschaft in Deutschland organisiert in vielen Gemeinden jährlich ein eigenes Mittsommerfest, an dem Mitglieder teilnehmen und ein echtes finnisches Juhannus erleben können!

Zum Schluss ein leichter Mittsommerzauber: Es werden sieben unterschiedliche Blumen gepflückt und unter das eigene Kopfkissen gelegt. In der Mittsommernacht besucht Dein künftiger Gatte Dich dann in Deinen Träumen.

Blumen pflücken
Wiesenblumen aus Finnland.

 

Quellen: Eigene Erfahrungen, Wikipedia, das Buch „Sturm im Mumintal“ von Tove Jansson und Iijokiseutu.fi