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Neue Einblicke in die finnische Mythologie – Teil 2

Kalevala Mythologie Finnland

In einem zweiten Teil stellen wir drei weitere finnische Mythologiewesen vor, die vielleicht nicht so bekannt sind wie die Helden des finnischen Nationalepos, Kalevala.

Sinipiiat

Ob die Windgeister Sinipiiat, also die blauen Mägde der Wälder, tatsächlich auch blau sind, weiß man nicht. Es gibt viele Beschreibungen für die verspielten Mythologiewesen. Manche sagen, sie schauen aus wie wunderschöne junge Frauen, anstelle eines normalen Rückens haben sie jedoch nur eine Aussparung. Auf jeden Fall sind sie schnell und verspielt. Da sie aber im Reich von Tapio, dem Waldkönig, leben, gehört zu ihren Aufgaben die Pflege von allen Tieren und Lebewesen im Wald.

Kalevala Finnland
Die finnische Mythologie kennt viele Wesen und Naturgötter.

Näkki

Näkki ist ein cleveres Monster, das in den stillen Gewässern Finnlands wohnt und ahnungslose Schwimmer in die Tiefen der Seen zieht. Er kann seine Gestalt jedem Opfer anpassen. Manchmal ist er ein großer schwarzer Hund oder ein anderes Tier, dem Kinder hinterherlaufen und dann wiederum eine wunderschöne nackte Frau mit langen schwarzen Haaren, der Männer hinterher schwimmen. Also Vorsicht ist geboten, wenn man in Finnland in den Seen schwimmen möchte…

See in Finnland

Pakkanen

Der Sohn des Sturmes Puhuri, ist in der finnischen Mythologie der Frost, Pakkanen. Die Finnen glauben daran, dass man der furchtbaren Kälte des Pakkanen mit ein paar Zauberworten standhalten kann, obwohl der moderne Finne lieber zu einer warmen Winterjacke greift. Pakkanen und seine Frau Hyytö können zusammen ganze Flüsse einfrieren lassen. Aber jeder Finne weiß, je kälter und länger der Winter, desto schöner wird die Natur mit Schnee und Eis geschmückt.

Schnee Frost Natur Kalevala Spirit
Im Winter wird es in Finnland so kalt, dass der Boden richtig einfriert.

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Quellen:
Haltijoiden mailla, maahisten majoissa, Elina Ranta/Maija Ranta;
Mythologia Fennica, Kristfrid Ganander.

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Was ist Tykky-Schnee?

Schneelandschaft Finnland

Bäume stehen wie große weiße Kerzen im schneebedeckten Wald in Finnland. Dieses Jahr gibt es extrem viel Schnee in der Region Kainuu und die Landschaft hat sich in ein wahrhaftes Winterwunderland verwandelt.

Momentan kann man das Phänomen des „Tykkylumi“ fast überall in Finnland entdecken. In der deutschen Sprache gibt es keine Übersetzung für das finnische Wort „Tykky“, das diese spezielle Schneekonsistenz beschreibt. Dabei handelt es sich um eine voluminmöse und feste Schnee- und Eisbildung an Bäumen.

Bäume mit viel Schnee

Wie entsteht der Tykky-Schnee? Die hohe Luftfeuchtigkeit – auch Nebel und Nebelwolken – die bis zu den hohen Ästen der Bäume reicht, überzieht die Äste und Baumstämme mit einer zarten Glasur. An dieser Feuchtigkeit bleiben Schnee- und Eiskristalle haften. Im Laufe des Winters wird das Schneegebilde immer dicker, je mehr nasser Schnee und Eiskristalle dazu kommen.

Aber auch große Mengen an feuchtem Schnee an Bäumen und Ästen können zu den Schneeansammlungen führen. Ein mittelstarker Wind und Minusgrade helfen bei der Stärkung der Struktur. Im finnischen Lappland bedecken solche Schneestrukturen Bäume sogar komplett, so dass diese tatsächlich wie riesige Kerzen aussehen. Bäume können durch das Gewicht des Schneegebildes brechen. Im stillen Winterwald ist dann das Krachen der Bäume in der Ferne zu hören.

Finnische Winter Landschaft

Aber Tykkylumi ist nicht nur schön, sondern verursacht jährlich leider auch große Schäden in Finnland. Weitreichende Baumschäden und Stromausfälle sind normale Folgen des Tykky-Phänomens. Die Schneeansammlungen umhüllen auch gerne die hängenden Stormkabel mit immer dickeren und schweren Hülle oder die unter dem Last brechenden Bäume fallen auf die eisigen Kabel und beschädigen diese.

Wenn die Temperaturen steigen, kann man das Fallen der großen Schneemengen im Wald hören. Zu der Zeit sollten Spaziergänger und Langläufer auf der Hut sein, damit sie keine Ladung Schnee auf den Kopf bekommen.

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Quellen:
http://ilmatieteenlaitos.fi/tykky-eli-tykkylumi
http://www.maaseuduntulevaisuus.fi/metsä/artikkeli-1.219624