Geschrieben am

Was ist Tykky-Schnee?

Schneelandschaft Finnland

Bäume stehen wie große weiße Kerzen im schneebedeckten Wald in Finnland. Dieses Jahr gibt es extrem viel Schnee in der Region Kainuu und die Landschaft hat sich in ein wahrhaftes Winterwunderland verwandelt.

Momentan kann man das Phänomen des „Tykkylumi“ fast überall in Finnland entdecken. In der deutschen Sprache gibt es keine Übersetzung für das finnische Wort „Tykky“, das diese spezielle Schneekonsistenz beschreibt. Dabei handelt es sich um eine voluminmöse und feste Schnee- und Eisbildung an Bäumen.

Bäume mit viel Schnee

Wie entsteht der Tykky-Schnee? Die hohe Luftfeuchtigkeit – auch Nebel und Nebelwolken – die bis zu den hohen Ästen der Bäume reicht, überzieht die Äste und Baumstämme mit einer zarten Glasur. An dieser Feuchtigkeit bleiben Schnee- und Eiskristalle haften. Im Laufe des Winters wird das Schneegebilde immer dicker, je mehr nasser Schnee und Eiskristalle dazu kommen.

Aber auch große Mengen an feuchtem Schnee an Bäumen und Ästen können zu den Schneeansammlungen führen. Ein mittelstarker Wind und Minusgrade helfen bei der Stärkung der Struktur. Im finnischen Lappland bedecken solche Schneestrukturen Bäume sogar komplett, so dass diese tatsächlich wie riesige Kerzen aussehen. Bäume können durch das Gewicht des Schneegebildes brechen. Im stillen Winterwald ist dann das Krachen der Bäume in der Ferne zu hören.

Finnische Winter Landschaft

Aber Tykkylumi ist nicht nur schön, sondern verursacht jährlich leider auch große Schäden in Finnland. Weitreichende Baumschäden und Stromausfälle sind normale Folgen des Tykky-Phänomens. Die Schneeansammlungen umhüllen auch gerne die hängenden Stormkabel mit immer dickeren und schweren Schichten. Schließlich brechen Bäume unter dem Last, fallen auf die eisigen Kabel und beschädigen diese.

Wenn die Temperaturen steigen, kann man das Fallen der großen Schneemengen im Wald hören. Zu der Zeit sollten Spaziergänger und Langläufer auf der Hut sein, damit sie keine Ladung Schnee auf den Kopf bekommen.

______________________________________________

Quellen:
http://ilmatieteenlaitos.fi/tykky-eli-tykkylumi
http://www.maaseuduntulevaisuus.fi/metsä/artikkeli-1.219624