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Der finnische Tonttu – Heinzelmännchen und Wichtel – Teil 2

Wie wir schon im Teil 1 des Beitrags erwähnt haben, war ein Tonttu ein wichtiger Teil eines finnischen Haushalts. Mit der Zeit wurde ein Tonttu auch als ein guter Geist gesehen, der Reichtum, Sicherheit und Gleichgewicht in das Leben der Hausbewohner brachte.

Wenn sich ein Haushalt mit der Zeit und durch wachsenden Reichtum vergrößerte, konnte ein Tonttu nicht mehr die vielen Aufgaben in den Häusern alleine übernehmen. Aus diesem Grund konnte ein größerer Haushalt mehrere gute Geister haben, unter denen die Aufgaben genau verteilt wurden.

Süße kleine Wichtel im Winter!

Talontonttu, der Wichtel des Hauses, wanderte nachts über den Hof und schaute, ob alles in Ordnung und an seinem Platz war. Der Talontonttu wohnte im Haupthaus, zeigte sich aber kaum den Menschen. War etwas nicht in Ordnung, hat er die Menschen allerdings gewarnt.

Saunatonttu, also Sauna Wichtel, war zuständig für das Saunagebäude (das in Finnland natürlich in keinem Haushalt fehlen durfte). Er kümmerte sich darum, dass die Menschen in der Sauna nicht zu laut waren oder nicht zu spät in der Nacht saunierten. Außerdem sorgte er für Feuer und Sauberkeit in der Sauna.

Der Riihitonttu hat sich um die Getreidedarre gekümmert. Er verhinderte, dass Ungeziefer in die Darre kam oder dass die Darre zu sehr aufheizte, was im schlimmsten Fall zu einem Brand führen konnte.

Der Tallitonttu, sprich der Stallwichtel, kümmerte sich wiederum um das Wohlergehen der Tiere im Stall.

Wer brav ist, bekommt Geschenke vom Weihnachtsmann!

Der wohl bekannteste Tonttu ist aber der Joulutonttu, also der berühmte Weihnachtswichtel. Dieser Wichtel ist auch noch heutzutage ein wichtiger Teil der finnischen Weihnachtskultur. Die Weihnachtswichtel bewegen sich hauptsächlich in der Vorweihnachtszeit in der Nähe von Menschen und beobachten, ob die Kinder des Hauses sich gut benehmen, respektvoll und fleißig sind. Dies notieren sie sich und benachrichtigen den Weihnachtsmann, also den Joulupukki davon, welches Kind Weihnachtsgeschenke verdient hat und welches nicht.

Im Volksmund kommen die verschiedenen Tonttus auch noch heutzutage oft vor und so werden Tradition und Werte der Tonttus bis heute aufrechterhalten.

Weihnachtsmann in Finnland

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Quellen:

Eero Ojanen, Sirkku Linnea, Suomalaiset Taruolennot, Minerva

Kristfrid Ganander, Mythologia Fennica, Recallmed

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Der finnische Tonttu – Heinzelmännchen und Wichtel, Teil 1

In Finnland haben Heinzelmännchen und Wichtel, also Tontut, schon eine sehr lange Geschichte. Früher waren sie ein Teil des Alltags und sie galten als Hüter des Hauses. Aus diesem Grund ähnelt auch das Wort Tonttu dem Wort Tontti sehr, was auf finnisch Grundstück bedeutet.

Es heißt, dass die finnischen Heinzelmännchen kleine Männer und Frauen mit grauer Kleidung und roter Mütze waren. Man hat sie sehr selten zu sehen bekommen, da sie in der Nacht arbeiteten. Es war aber ein großes Glück, einen Tonttu im Haushalt zu haben. Hatte ein Tonttu sich in einem Haus niedergelassen, war es seine Aufgabe, sich um den Haushalt zu kümmern und dazu beizutragen, ein Haus zu einem Zuhause zu machen; zu einem Platz für die Menschen (und Hauswichtel), an dem sie sich wohlfühlen und eigene Geschichten und Bräuche entwickeln konnten. So wussten die Menschen zum Beispiel, dass der Tonttu sich um die wichtigen Sachen kümmerte, wenn sie ihr Haus mal verlassen mussten.

Kleine Wichtel passen auf die verschiedenen Häuser auf. Jeder hat seine eigene Aufgabe.

Der Tonttu hat dem Haus gedient, war aber kein Diener. Wurde das Heinzelmännchen beleidigt oder fühlte es sich nicht wertgeschätzt, ist es gegangen und hat aus Rache oft manches zerstört. Darum war es auch wichtig, dem Tonttu immer am selben Ort gutes Essen bereitzustellen und die Restwärme in der Sauna stand dem Tonttu zu. Kindern wurde erzählt, dass sie nicht allzu laut sein durften, denn der Lärm verärgere den Hauswichtel.

Für die Heinzelmännchen im Haus war es wichtig, ein Gleichgewicht zwischen Mensch und Natur aufrechtzuerhalten, in dem Umwelt, Tiere, Menschen und natürlich auch magische Wesen mit Respekt und Würde behandelt wurden. Wer diese Werte nicht beachtete, hatte mit Pech zu rechnen, denn dann war das Heinzelmännchen unglücklich.

Ein herbstlicher Anblick in Finnland.

Um einen Tonttu anzulocken, musste ein sehr besonderes Ritual durchgeführt werden. Wer eines der fleißigen Heinzelmännchen in seinem Haus haben wollte, musste sich in der Osternacht ein Kumt einer Stute um den eigenen Hals legen und neun Mal um die Kirche gehen. Wenn der Tonttu dann zu dem Menschen kam, musste man seinen Wunsch äußern z.B. nach Reichtum oder guter Ernte. Diesen Wunsch hat der Tonttu dann erfüllt.

Es gibt auch eine Redewendung auf Finnisch: „Tonttu sillä on, Tonttu kantaa“, was sinngemäß so viel heißt wie „Wer Wohlstand hat, hat einen Tonttu im Haus“, weil der finnische Tonttu Reichtum ins Haus brachte.

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Quellen:

Eero Ojanen, Sirkku Linnea, Suomalaiset Taruolennot, Minerva

Kristfrid Ganander, Mythologia Fennica, Recallmed

Uno Harva, Suomalainen muinaisusko, SKS